UN-Friedenstruppen | Blauhelme

Als Friedenstruppen der Vereinten Nationen oder UN-Friedenstruppen, umgangssprachlich Blauhelmsoldaten bzw. Blauhelme, werden Militäreinheiten bezeichnet, die auf Anforderung des Sicherheitsrats von den Mitgliedsländern der Vereinten Nationen (UN) für so genannte "friedenssichernde und -erhaltende Einsätze" (engl. peacekeeping) bereitgestellt werden und unter dem Kommando der Vereinten Nationen stehen. Seit 1948 sind sie in den verschiedenen Konfliktregionen in aller Welt im Einsatz.

Die bewaffneten Einsätze der Vereinten Nationen erfordern einen Beschluss des UN-Sicherheitsrates und werden nach Beobachtermission, Friedensmission und Friedenserzwingung nach Kapitel VII der UN-Charta unterschieden.

Die so genannten Friedenstruppen genießen in der Öffentlichkeit einen guten Ruf. Wie aber Blauhelm-Einsätze in Afrika zeigen, sind die so genannten Friedenstruppen zum Teil in schwere Kampfhandlungen verwickelt bis hin zu militärischen Bestrafungsaktionen.

Die UNO-Truppen werden vielfach in Ländern eingesetzt, in denen Rohstoffe gefördert werden. Es ist davon auszugehen, dass sie u.a. mit Überwachungsflügen und Patrouillenfahrten am globalen System der militärischen Ressourcenkontrolle beteiligt sind (Näheres dazu im Buch "Anleitung gegen den Krieg").

"Racheakt der Vereinten Nationen"

Auch in der Demokratischen Republik Kongo, wo nach Einschätzung des deutschen Auswärtigen Amtes in "Krieg der Rohstoffe" wütet, sind UN-Friedenstruppen im Einsatz (MONUSCO, vormals MONUC).

Am 1. März 2005 kam es Medienberichten zufolge zu einem Racheakt der UN-Truppen, bei dem mindestens 50 Milizionäre getötet worden sein sollen. Der Angriff von UN-Blauhelmsoldaten auf ein Milizenlager in der kongolesischen Region Ituri wurde in einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) unter Verweis auf Äußerungen des Generalstabschefs der UN-"Mission" für Kongo (MONUC) als gezielter Racheakt dargestellt.

In einer Pressemitteilung vom 31. März begrüßte die Grünen-Politikerin Kerstin Müller (damals Staatsministerin) "ausdrücklich" das resolute Vorgehen der Vereinten Nationen. Nach Auffassung Müllers "muss das robuste Mandat von MONUC voll ausgeschöpft werden, wie es auch vom Sicherheitsrat in seiner neuen Resolution gefordert wird. Ich begrüße daher auch ausdrücklich das jüngste resolute Vorgehen MONUCs im Distrikt Ituri, das ein klares Signal an alle Friedensstörer ausgesandt hat."

Frauenhandel und Zwangsprostitution?

Menschenrechtsorganisationen sehen in der Stationierung von UN-Truppen teilweise eine Ursache für stark steigenden Frauenhandel zur Zwangsprostitution in den jeweiligen Regionen.

So war zum Beispiel der Kosovo nach der Entsendung von "internationalen friedenserhaltenden Kräften" (KFOR) und Einrichtung der Übergangsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK) zum Hauptziel für Frauen- und Mädchenhandel geworden, und die Zahl an registrierten Etablissements, in denen Frauen als Zwangsprostituierte arbeiten mussten, war kräftig gestiegen. Ergriffene Gegenmaßnahmen waren nach Auffassung von Menschenrechhtsorganisationen nicht ausreichend.

 
 

Im Kontext:

Humanitäre Intervention

Krieg | Frieden

Responsibility to Protect

 
 

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Aktuelles Forschungsprojekt

Atlas der Kriege und Ressourcenkonflikte