Joint Support and Enabling Command

Das Joint Support and Enabling Command (JSEC) in Ulm ist ein von der Bundeswehr geführtes Kommandozentrum der NATO. Es dient der Unterstützung der Streitkräfte im Krisen- und Kriegsfall.

Das auch als NATO-Logistikkommando bezeichnete JSEC ist Teil der Streitkräftebasis der Bundeswehr. Das Kommandozentrum ist bei Aktivierung für Truppen- und Materialtransporte zuständig und koordiniert ihren Schutz. Es geht um militärische Mobilität und weitere unterstützende Aufgaben.

Angriffe durch Terrororganisationen aus dem Süden

Vielfach wird das Ulmer Joint Support and Enabling Command (JSEC) verengt interpretiert als Logistikkommando für einen aus heutiger Sicht eher fiktiven NATO-Krieg gegen Russland.

Selbst NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg betont, dass es beim JSEC nicht um Russland alleine gehe, sondern auch um Angriffe aus dem Süden durch den "Islamischen Staat" oder ähnliches (DW 15.02.2018).

Für Kriegs-Einsätze in und außerhalb Europas

Das strategische Einsatzspektrum des Ulmer Joint Support and Enabling Command ist weit gefasst und auf die aktuellen Kriegsplanungen orientiert:

Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums reicht der Verantwortungsbereich des JSEC "von Grönland bis nach Afrika, Europa und dessen Randmeere".

Verteidigungsstaatssekretär Peter Tauber sagte, im Falle einer Aktivierung könnte das Kommando "alles steuern, was nach Europa kommt, in Europa bewegt oder in ein Einsatzgebiet außerhalb Europas verlegt werden soll" (Reuters 20.03.2018).

Das Ulmer Kommandozentrum ist demnach für die Weltregionen zuständig, in denen Deutschland künftig aufgrund von "internationalen Erwartungen" als militärische Ordnungsmacht aktiver werden soll: In Europa, im Nahen Osten und in Afrika (vgl. Paulitz: Kriegsmacht Deutschland?).

 
 

Im Kontext:

Kriegsziele

Militärische Mobilität

 
 

Henrik Paulitz: Kriegsmacht Deutschland?

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Kriegsmacht Deutschland?
Buch, DIN A4 Farbdruck
Akademie Bergstraße, 2018

 

Henrik Paulitz: Anleitung gegen den Krieg

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Anleitung gegen den Krieg
Taschenbuch
Akademie Bergstraße, 2. Aufl. 2017

 

Aktuelles Forschungsprojekt

Atlas der Kriege und Ressourcenkonflikte