Griechenland

Griechenland, die Hellenische Republik Elleniki Dimokratia), ist ein Halbinsel- und Inselstaat in S√ľdosteuropa und Mitglied in der Europ√§ischen Union (EU). Griechenland hat rund 10,7 Millionen Einwohner, davon eine Millione registrierte Ausl√§nder und gesch√§tzte 500.000 "Illegale". Landessprache ist Neugriechisch.

Griechenland ist in Gemeinden, Städte und Präfekturen mit beschränkten Selbstverwaltungsrechten gegliedert. Seit 1974 ist es eine parlamentarische Demokratie mit Einkammersystem und 300 Abgeordneten.

Griechenland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der EU, der NATO, der WEU, des Europarats, und der BSEC (Schwarzmeerkooperation).

Ein neuer Persischer Golf?

Griechenland k√∂nnte im √Ąg√§ischen Meer offenbar gro√üe Mengen √Ėl und Gas f√∂rdern. Die Rede ist von einem "neuen Persischen Golf". Der B√∂rsenspezialist Dirk M√ľller h√§lt es f√ľr nicht unwahrscheinlich, dass die Konflikte im √∂stlichen Mittelmeerraum wie auch "die Herbeif√ľhrung des wirtschaftlichen Zusammenbruchs Griechenlands und Zyperns" auf die Entdeckung gigantischer Erd√∂lvorkommen in der Region zur√ľckzuf√ľhren sind.

Schon seit vielen Jahrzehnten kommt es in Griechenland immer wieder zu Ank√ľndigungen zur Vergabe von F√∂rder-Konzessionen, nicht aber zur Aufnahme einer tats√§chlichen Energiegewinnung in gr√∂√üerem Stil. Lediglich in der n√∂rdlichen √Ąg√§is wird etwas √Ėl und Gas gef√∂rdert.

Der Streit mit der T√ľrkei

Der griechisch-amerikanische √Ėkonomie-Professor Theodore Kariotis ist davon √ľberzeugt, dass "der Hauptgrund f√ľr den Konflikt zwischen Grie-chenland und der T√ľrkei" die √Ėlvorkommen im √Ąg√§ischen Meer sind. In den 1990er Jahren gab es Bestrebungen, die bereits in den 1970er Jahren erkundeten Vorkommen √∂stlich von Thasos aufzuschlie√üen und auszubeuten, was jedoch "wegen Grenzstreitigkeiten mit der T√ľrkei" untersagt wurde. Ergebnislos wird √ľber die Aufteilung der "ausschlie√ülichen Wirtschaftszonen" in dem rohstoffreichen Meeresgebiet gestritten, was die Aufnahme einer Energief√∂rderung verhindert.

"F√ľr diesen Zweck haben wir die Kriegsmarine"

Hinzu kommen st√§ndige milit√§rische Drohungen der T√ľrkei, die jegliche Explorationsaktivit√§ten Griechen-lands oder auch der Republik Zypern beeintr√§chtigen, so etwa, als Zypern s√ľdlich der Insel nach √Ėl und Gas forschen wollte. "F√ľr diesen Zweck haben wir die Kriegsmarine", sagte der t√ľrkische EU-Minister Egemen Bağiş. 2013 hatte der t√ľrkische Energieminister angek√ľndigt, die Regierung w√ľrde (zur Strafe) einige in der T√ľrkei geplanten Projekte mit dem √Ėlkonzern ENI aussetzen, um die Expansion von Energieinvestments in umstrittenen zypriotischen Gew√§ssern zu verhindern.

M√∂glicherweise wird auch die griechische Marine zur Ressourcenkontrolle im Mittelmeer eingesetzt. 2012 f√ľhrten Griechenland, Israel und die USA eine gemeinsame √úbung der Luft und Seestreitkr√§fte durch, bei der es offiziell um die "Verteidigung" von √Ėlplattformen im Mittelmeer ging. Im M√§rz 2015 gab es Gespr√§che mit den USA f√ľr eine Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Verteidigung. Auch die russische Marine ist neuerdings im √∂stlichen Mittelmeer dauerhaft pr√§sent.

Zudem wurde bekannt, dass Griechenland gemeinsam mit Gro√übritannien und den USA "die Explorationsrechte" von Israel und Zypern milit√§risch sch√ľtzen solle. Der Schutz von "Explorationsrechten" deutet darauf hin, dass es die Aufgabe von See und Luftstreitkr√§ften zu sein scheint, ressourcenreiche Meeresgebiete zu kontrollieren, um dort eine F√∂rderung von Erd√∂l oder Erdgas zu verhindern.

Informationen der Akademie Bergstraße

Henrik Paulitz: Reichtum und Fluch der Energievorkommen - Griechenland und die Ressourcenkontrolle im östlichen Mittelmeer. Lunapark21. 31/2015. S. 8-11.

 

 

 
 

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