Öko-Diktatur

Unter Öko-Diktatur (auch: Öko-Faschismus) versteht man ein Herrschaftssystem, das sich maßgeblich auf Umwelt-, Ressourcen- und Gesundheits-Themen stützt, um bestimmte Ziele zu Lasten von Demokratie, Freiheit und körperlicher Unversehrheit der Bevölkerung durchzusetzen. Bei den Zielen kann es sich teilweise um die offiziell genannten handeln, darüber hinaus können aber auch klandestine Ziele verfolgt werden ("hidden agenda").

Eine Öko-Diktatur kann darauf abzielen, die Zahl der Menschheit drastisch zu reduzieren, u.a. auch mit militärischen Mitteln. Methoden der "Soft-Power" können dabei allerdings noch weitaus wirkungsstärker sein als militärische.

Ein Öko-Faschismus könnte im Extremfall einem nicht erklärten Krieg gegen einen Großteil der Menschheit gleich kommen.

Unabhängige Basisstrukturen der Umweltbewegung und freiheitlich-demokratische Kräfte lehnen alle Ansätze einer Öko-Diktatur in der Regel ab. Die Umwelt-Agenda wird jedoch vielfach "von oben" gesetzt, was nicht immer erkannt und gründlich genug analysiert wird.

Die Akademie Bergstraße für Ressourcen-, Demokratie- und Friedensforschung empfiehlt eine Diskussion über Kriterien, über mögliche Indikatoren, die in eine Öko-Diktatur bzw. in einen Öko-Faschismus führen könnten.

Mögliche Indikatoren einer Öko-Diktatur

Als Kennzeichen eines Weges in eine globale Öko-Diktatur könnten u.a. die Folgenden in Betracht kommen:

  • Das Ziel "Umweltschutz ohne Wohlstandsverluste" wird immer mehr relativiert.
  • Der Umstand, dass Wohlstandsverluste substanziell den Frieden gefährden, gerät in Vergessenheit.
  • Das Ziel einer gut begründeten Balance zwischen "Ökologie und Ökonomie" wird zunehemend einseitig zugunsten einer Verabsolutierung (vermeintlich) ökologischer Anforderungen verschoben.
  • Existenzielle Vorraussetzungen einer wirtschaftlich-sozialen Überlebensfähigkeit der breiten Bevölkerung und künftiger Generationen werden durch einschneidende Richtungsentscheidungen in Frage gestellt.
  • Im Zeichen des Umweltschutzes werden Schleusen für ein umfassendes Verarmungsprogramm geöffnet. Das offizielle Ziel eines "Wohlstands für alle" wird ersetzt durch das faktische Ziel einer "Armut für alle".
  • Nahezu alle menschlichen Handlungen und Wirtschaftsweisen werden für die Umwelt oder für die Gesundheit als problematisch dargestellt. Jegliches menschliches Handeln an sich wird als problematisch bewertet.
  • Die für das Überleben der Menschheit existenziellen Sektoren der Wirtschaft wie Bergbau, Landwirtschaft, Handwerk und Industrie werden in der öffentlichen Kommunikation fast nur noch negativ dargestellt und massiv unter Druck gesetzt.
  • Technische Zielgrößen der Umweltpolitik werden nicht abschließend definiert, sondern regelmäßig nachjustiert, bis sie praktisch dem Verbot eines jeglichen technischen Systems gleichkommen (ohne dass dies zu Beginn von "Grenzwert-Prozessen" offengelegt wird).
  • Propagierte "Alternativen" zeichnen sich vielfach dadurch aus, dass sie für die breite Bevölkerung teurer und für wenige globlale Profiteure lukrativer sind.
  • Umfassende Teuerungen bei gleichzeitiger (Begünstigung von) Armut führen zu einer erheblichen Zahl an Todesopfern (z.B. Todesopfer wegen unbezahlbarer Energierechnungen, "Wintertote").
  • Tiere und Pflanzen werden moralisierend-verklärend überhöht, während Menschen immer stärker nur noch als "Störfaktoren" der Ökosysteme des Planeten Erde dargestellt werden.
  • "Aktivisten" indigener Bevölkerungsgruppen werden propagandistisch inszeniert und instrumentalisiert, um der globalen Normalbevölkerung vorzumachen, die z.T. folkloristische Show von vor die Kameras gezerrten "Indianern" sei die einzig noch legitime und zu akzeptierende Lebensweise von Menschen auf diesem Planeten. - Eine moderne Form des Rassismus.
  • Immer größere Land- und Meeresflächen werden breiten Bevölkerungsschichten der wirtschaftlichen Nutzung entzogen, weltweit werden Menschen aus "Schutzgebieten" (Sperrgebieten) vertrieben bzw. in diesen verhaftet oder getötet.
  • Der Bevölkerung wird aufgrund ihres überlebens-notwendigen Alltagsverhaltens von Eliten beständig ein schlechtes Gewissen eingeredet (z.B. "ökologischer Rucksack"). Eine immer größere Auswahl angeblich "guter" oder "böser" Produkte im Supermarktregal erhöht beständig den Druck. Alltägliche Kaufentscheidungen werden zum permanenten "Sündenfall".
  • Der Bevölkerung wird kein wirklicher Ausweg gelassen, sich "gut" zu verhalten. Egal wie sie sich verhält, verhält sie sich stets schlecht. Das, was in einer Kampagnen-Phase als umweltfreundlich, ressourcenschonend bzw. gesundheitsfördernd propagiert wird, wird in der nächsten Phase als neues Umweltverbrechen gebrandmarkt (z.B. im Bereich der Mobilität).
  • Umweltschutzmaßnahmen, die die Bevölkerung heute in bester Absicht und unter dem Einsatz hoher Mittel durchführt, kann möglicherweise morgen schon als gesundheitsgefährdend gebrandmarkt werden (z.B. Dämmmaterialien).
  • Propagierte Maßnahmen werden immer mehr zu emotional aufgeladenen Glaubensfragen.
  • Apokalyptische Vorstellungen ("Der Planet stirbt") sind beliebt.
  • Die wissenschaftliche Forschung ist nicht frei. Die Vergabe von Forschungsgeldern ("Drittmittel") ist ein wesentliches Instrument, mit dem wissenschaftliche Ergebnisse beeinflusst werden.
  • Reine Hypothesen, Mutmaßungen oder auch nur ein Anfangsverdacht für potenziell schädliche Wirkungen (z.B. "Krebsverdacht") werden für weitreichende politische Maßnahmen als Begründung herangezogen. Die Alternativen etwa zu krebsverdächtigen Substanzen werden möglicherweise Jahre später als mehrfach gesundheitsschädlicher bezeichnet (was stimmen mag oder auch nicht).
  • Auf eine wissenschaftlich fundierte, umfassende Alternativen-Prüfung und Folgenabschätzung wird weitgehend verzichtet bzw. solche Abwägungsprozesse spielen bei Entscheidungen kaum eine Rolle.
  • Abweichende Meinungsäußerungen werden immer weniger öffentlich kommuniziert, zunehmend tabuisiert, marginalisiert und sanktioniert, ggf. sogar unter Strafe gestellt.
  • Der Bevölkerung werden "einfachste" Lebens- und Wirtschaftsweisen nahegelegt (Trends wie z.B. Tinyhouses), die auf eine Massenverarmung abzielen und bei breiter Einführung in letzter Konsequenz vermutlich Leben und Gesundheit gefährden.
  • Freiwillige Verarmung und ökologisch motivierter Verzicht sind eine Ideologie, deren "gutmeinende" Folgen primär nachfolgenden Generationen mit voller Härte treffen werden. Es ist insofern - in einer sich stets wandelnden Welt - alles andere als ausgeschlossen, dass heutige "Umweltschützer" von nachfolgenden Generationen des Ökofaschismus angeklagt werden.

Umweltschutz für nachfolgende Generationen

Ein echter und ehrlicher Umweltschutz hat mit undemokratisch-zerstörerischen Tendenzen einer Öko-Diktatur bzw. eines Öko-Faschismus nichts zu tun. Das für die Normal-Bevölkerungen überlebens-wichtige Prinzip eines "Wohlstands für alle" sollte nicht in Frage gestellt werden. Das gilt insbesondere auch mit Blick auf die Wirkung für nachfolgende Generationen.

 
 

Im Kontext:

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Aktuelles Forschungsprojekt

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